Neben den Wänden und er Decke macht der Fußboden die größte Fläche im Wohnraum aus, daher trägt er auch maßgeblich zum Wohngefühl eines jeden Raums bei. Die Wahl des passenden Bodenbelags sollte also gut überlegt sein, denn die Auswahlmöglichkeiten sind bei Fußböden breit gefächert.

the-creative-exchange-usfyhjmqpae-unsplash.jpg

Teppichboden

Teppichboden, Schnee von gestern? Nicht unbedingt. Dank seiner Strapazierfähigkeit und seiner weichen Struktur eignet er sich zum Beispiel für das Wohnzimmer, das Schlafzimmer oder den Bürobereich als optimale Lösung. 

Als Teppichboden wird im Allgemeinen ein textiler Bodenbelag bezeichnet, der von einer meist 4 oder 5 Meter breiten Rolle vollflächig von Wand zu Wand verklebt wird. Dabei unterscheidet man zwischen Arten wie etwa den günstigen Schlingen-Teppichboden, den Veloursteppich mit seiner samtigen Haptik oder den Nadelvlies mit seiner glatten und strapazierfähigen Oberfläche.

Die Vorteile: Teppichböden sorgen für eine wohnliche Atmosphäre und sind besonders effektiv, um Schall und Lärm zu minimieren. Außerdem ist ein Teppich angenehm zum barfuß Laufen und bietet in dieser Hinsicht kaum Alternativen.

Als Minusfaktor gilt allerdings, dass Teppichböden an stark strapazierten Stellen schnell abgenutzt werden und dort sichtbare Spuren entstehen. Ideal ist der Einsatz eines Teppichbodens also in weniger beanspruchten Wohnräumen, beispielsweise im Schlaf- oder Wohnzimmer. Weniger geeignet ist der Einsatz in Küche oder Bad.

shutterstock_757699711.jpg

Linoleum

Lange Zeit etwas aus der Mode geraten, kommt der natürliche Bodenbelag Linoleum heute wieder vermehrt zum Einsatz in Wohnräumen und Wohnküchen. Linoleum ist ein Belag aus natürlichen Materialien und besteht aus Leinöl, Harzen und Füllstoffen wie Holzmehl, Kalkstein und Jute.

Dieser Fußbodenbelag ist äußerst dauerelastisch, pflegeleicht und wohngesund. Zudem besticht ein Linoleumboden durch seine Robustheit in Bezug auf die täglichen Beanspruchungen des Wohnraums, aber auch durch seine antistatische Wirkung sowie durch den angenehmen fußwarmen Effekt und die Trittschalldämmung. Verlegt werden kann Linoleumboden je nach Ausführung entweder vollflächig verklebt oder schwimmend. Erhältlich ist Linoleum in verschiedenen Farben und Mustern.

shutterstock_1710371017.jpg

Kork

Ebenfalls aus natürlichen Materialien hergestellt, ist der Korkboden. Er wird aus einem nachwachsenden Rohstoff, der Korkeichenrinde gefertigt. Die Bäume werden lebend von ihrer Rinde befreit und können somit weiter wachsen und Kork produzieren, ohne gefällt werden zu müssen. Der Korkboden zeichnet sich über seine schalldämmenden, elastischen und fußwarmen Eigenschaften aus. Außerdem ist Korkbelag sehr trittschalldämmend und sorgt für ein angenehmes Wohnraumklima.

Man unterscheidet zwischen festverklebtem Korkparkett, das mit dem Untergrund direkt verbunden wird, und schwimmendem Korkfertigparkett, welches meist nur auf einer Hartfaserplatte angeklebt und also schwimmend verlegt wird. Bei einem Korkboden sollte die Korkschicht eine Dicke von mindestens 4 mm haben, denn er muss noch ein bis zwei Mal abgeschliffen werden. Erhältlich sind neben klassischen Dielen in Korkoptik auch solche, die etwa eine Holzstruktur imitieren.

shutterstock_1554669359.jpg

Vinyl- und Designböden

Vinyl- und Designböden zeichnen sich durch ihre Pflegeleichtigkeit, ihre Trittschalldämmung und ihre Allergiker-Freundlichkeit aus. Bei Vinylböden handelt sich um den Kunststoffbelag PVC (Polyvinylchlorid), welcher früher in Verdacht stand, wegen der zur Verarbeitung benötigten Weichmacher gesundheitsschädlich zu sein. Heute sorgen strenge Auflagen dafür, dass diese Böden frei von gefährlichen Zusatzstoffen sind.

Vinylböden haben viele Vorteile in der Anschaffung und im Gebrauch, denn sie sind nicht nur relativ kostengünstig, sondern auch sehr strapazierfähig und langlebig. Zudem sind Vinylböden auch fußwärmer als zum Beispiel Laminat. Sie können sogar in Feuchträumen verlegt werden und sind in vielen Farben und Mustern erhältlich, Holz- und Steinimitate sind dabei am beliebtesten. Ein Manko sind die Abriebstoffe, die durch die Abnutzung des Bodenbelags in die Luft gelangen und gesundheitsschädlich sein können. Außerdem gelangt Vinyl trotz der unterschiedlichen erhältlichen Qualitätsklassen und Verarbeitungen nicht an Parkett heran, da es sich um einen Kunststoff handelt. Durch raffinierte Verbindungssysteme ist ein einfaches und sauberes Verlegen von Vinylböden kein Problem.

febrian-zakaria-cay_1ndltvi-unsplash_2_.jpg

Laminat

Laminat ist ein Bodenbelag mit Holzoptik, dabei ist die Trägerschicht eine Holzfaserplatte, auf die ein Dekorpapier mit dem Muster von Holzdielen angebracht ist. Hochwertige Laminatböden ahmen an der Oberfläche auch spürbar die Struktur des Dekors nach. Demnach sorgt Laminat in Optik und Haptik durchaus für eine wohnliche Atmosphäre und Gemütlichkeit.

Die Vorteile von Laminatboden: Er ist sehr pflegeleicht und strapazierfähig, zudem besticht er durch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Moderne Herstellungsverfahren erlauben alle Arten von Design und bieten in Sachen Optik, Struktur und Haptik etwas für jeden Geschmack.

Der Nachteil dieses Bodenbelags liegt aber wegen seiner harten Oberfläche in der geringen Schalldämmung und der Durchlässigkeit von Trittschall. Außerdem ist Laminatboden anfällig für Feuchtigkeit, welche leicht in den Boden eindringen kann. Dies bedingt, dass ein Schaden, der durch Feuchtigkeit entstanden ist, durch Abschleifen leider nicht mehr entfernt werden kann.

Ein weiterer Minuspunkt ist die geringe Fußwärme, was dadurch bedingt ist, dass die Oberfläche eines Laminatbodens aus Kunststoff besteht. Parkettböden und Echtholzböden können im Gegensatz zu Laminat die Wärme viel besser speichern. Dafür ist natürlich der Preis ein Argument für den Einsatz von Laminat. Hier bestimmen die Optik und die Struktur der Oberfläche den Preis.

kelly-sikkema-inoriftwtwg-unsplash_2_.jpg

Fliesenboden

Fliesen bestehen zumeist aus keramischen Platten, die als Wandverkleidung sowie als Beläge für den Boden und andere Flächen im Innen- wie Außenbereich verwendet werden. Aufgrund ihrer Pflegeleichtigkeit und Strapazierfähigkeit können sie im Prinzip als Bodenbelag für alle Räume verwendet werden. Ein großer Vorteil ist zudem ihre antistatische Wirkung. Trotzdem gibt es auch Nachteile: Wer in einem Mehrparteien-Wohnhaus wohnt, wird die schalldämpfende Wirkung vermissen. Außerdem sind Fliesen nicht elastisch und ohne Fußbodenheizung immer fußkalt.

erica-indriana-nblsljmldnk-unsplash_2__2.jpg

Naturstein

Eine weitere Möglichkeit für einen natürlichen Fußbodenbelag ist Naturstein. Doch wie schon bei Fliesen aus Keramik muss man auch bei der Wahl von Naturstein als Bodenbelag leider mit einem fußkalten Effekt rechnen. Ideal wirkt dieser natürlichen in südlichen Regionen mit ganzjährig mildem oder mediterranem Klima.

Was den Stil und den Einsatzbereich betrifft, gilt der Naturstein aber dennoch, wie übrigens auch die Fliese, als universell einsetzbarer Fußboden für alle Wohnräume und verleiht ihnen ein ganz besonderes Flair.

In Sachen Optik, Farb- und Strukturvielfalt sind bei der Wahl eines Natursteins keine Grenzen gesetzt. Ob man dabei ganz klassisch zu Marmor und Granit greift oder zu Sandstein und Schiefer, ist reine Geschmackssache. Klar ist, dass sich der Stil des Wohnraums ganz wesentlich von der Wahl des Natursteins beeinflussen lässt.

Ein weiterer Vorteil bei der Verwendung von Naturstein als Bodenbelag: Er hat meist eine sehr unempfindliche Oberfläche, wenn man zu Granit, Gneis und Basalt greift. Marmor- oder Kalksteinböden eignen sich hingegen nicht so sehr für Küche oder Bad, da sie sehr säureempfindlich sind. Eine gute Beratung ist hier also unbedingt zu empfehlen.