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Lüftungsanlagen

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Eine Lüftungsanlage sorgt dafür, dass das Wohnhaus mit Frischluft versorgt wird. Früher war das fast ausschließlich in Betrieben und in größeren Gebäuden notwendig. Mittlerweile sind Lüftungsanlagen auch in Wohnbereichen unabdingbar.

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Wann ist eine Lüftungsanlage notwendig?

Heutzutage verbringt der Mensch den Großteil des Tages in geschlossenen Räumen. Sind diese Räume nicht gut durchlüftet, hat dies negative Auswirkungen auf die Lebensqualität. Das Problem ist, dass die verbrauchte Luft nur noch sehr wenig Sauerstoff enthält. Dadurch geht das körperliche und geistige Leistungsvermögen stark zurück. Zudem ist ein gutes Raumklima wichtig, damit sich nicht zu viel Feuchtigkeit und in der Folge Schimmel bildet. Damit Frischluft in den Raum strömt gibt es viele Möglichkeiten. Die einfachste Art und Weise ist das händische Öffnen des Fensters.

Damit die Luftqualität während des gesamten Tages hoch bleibt, sollte man mehrmals am Tag stoßlüften. Vor allem für Personen, die nicht zu Hause arbeiten, ist dieses Unterfangen sehr schwierig. Sobald man abends nach Hause kommt, empfängt einem beim Betreten des Hauses eine abgestandene und sauerstoffarme Luft. In einem solchen Fall könnte eine Wohnraumlüftung nützlich sein. Vor allem bei den heutigen Neubauten, die eine nahezu luftdichte Bauweise und sehr gut dichtende Fenster aufweisen.

Welche Arten von Lüftungsanlagen gibt es?

Grundsätzlich kommt eine Lüftungsanlage in energetisch gebauten Gebäuden, sowohl bei Neubauten als auch bei sanierten Altbauten, zum Einsatz. Auch bei Passivhäusern muss für einen konstanten Luftwechsel gesorgt werden. Je nachdem wie hoch die Anzahl der Räumlichkeiten und das Budget ist, kommen in der Regel drei Lüftungsarten in Frage.

  • Eine zentrale Lüftungsanlage
  • Eine dezentrale Lüftungsanlage
  • Eine Lüftungsanalage mit Wärmerückgewinnung

Zentrale Lüftungsanlage

Typisch für die zentrale Lüftungsanlage ist, dass nur ein Gerät alle Räume mit Frischluft versorgt. Dabei sind ein leistungsstarker Ventilator und ein breites Netz von Lüftungskanälen notwendig. Dadurch kommt Frischluft in die Räume. Ein weiterer Unterschied zu einer dezentralen Variante liegt in der Planung. Meist werden die Lüftungskanäle schon in der Bauphase im Mauerwerk integriert. Der Vorteil ist, dass diese unsichtbar bleiben. Die einfachste und kostengünstigste Variante hat nur ein Abluftsystem, das die verbrauchte Luft ins Freie abführt. Frische Luft kommt hingegen nur passiv über die Gebäudehülle, Tür- und Fensterschlitze ins Haus. In den letzten Jahren ist es aber üblich geworden, dass die meisten Geräte über eine Zu- und Abluftanlage verfügen. Bei diesen Geräten wird auf einer Seite Frischluft angesaugt und auf der anderen Seite die verbrauchte Luft nach Außen abgeführt. Die zentralen Systeme sind vor allem zur Lüftung von Neubauten geeignet.

Dezentrale Lüftungsanlage

Die Besonderheit bei einer dezentralen Lüftungsanlage ist die Verteilung. Es ist nicht nur ein zentrales Gerät für die Frischluft zuständig, sondern es sind in den Räumen einzeln eingebaute Lüftungsgeräte vorhanden. Eine dezentrale Lüftungsanlage kann man auch nachträglich einbauen. Der Aufwand hält sich dabei in Grenzen. Dadurch eignet sich diese Variante für Altbauten oder aber auch als Zusatzgerät für Neubauten. Der Nachteil gegenüber zentralen Lüftungsanlage ist, dass der Wirkungsgrad geringer ist. Wie bei der zentralen Lüftungsanlage gibt es auch bei der dezentralen Version zwei Varianten: die reine Abluftanlage oder die Kombination aus Abluft- und Zuluftanlage.

Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung

Eine besondere Art der Frischluftversorgung ist eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Die Anlage entzieht der Abluft Wärme, welche indirekt wieder auf die hereinströmende Luft von außen übertragen wird. Dadurch ist die Anlage imstande auch an sehr kalten Wintertagen die kalte Außenluft ohne zusätzliche Kosten auf mehr als zehn Grad zu erwärmen. Um eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung effizient nutzen zu können, muss die Bauweise möglichst luftdicht sein. Deshalb findet man die Variante auch sehr oft bei Neubauten, aber auch bei energetisch sanierten Altbauten.

Was sind die Vor- und Nachteile einer solchen Anlage?

Ein Vorteil einer Lüftungsanlage im Haus ist die Erhöhung der Luftqualität. Dadurch reduziert sich auch die Gefahr von Schimmelbildung. Durch die speziellen Filter der Anlage sind Pollen und Allergene sehr vermindert im Haus vorzufinden. Auch der Straßenlärm und die Abgase bleiben vor der Haustür. Damit die Luft aber auch sauber bleibt, muss man die Filter regelmäßig reinigen oder bei Bedarf austauschen. Die Folgekosten für eine solche Anlage, ebenso die Wartung, bleiben im überschaubaren Bereich.

Nachteilig kann sich die relative Luftfeuchtigkeit (diese gibt an, zu welchem Prozentsatz die absolute Luftfeuchtigkeit den maximalen Wert ausschöpft) durch eine Lüftungsanlage auswirken. Aufgrund einer notwendigen Reinigung, Austausch von Filtern oder ähnlichem, fallen auf jeden Fall Kosten an. Eine Lüftungsanlage muss auch gut geplant werden, damit sie effizient funktioniert.